Wirfürwen • Therapiezentrum

Alte Webschule
Termine: 
Samstag, 30.09.2017 - 20:00

Eintritt: 7,- €

wirfürwen

Nach dem ersten Album gingen wirfürwen auf zwei eigene Deutschlandtouren und es folgten viele schöne Festival-Auftritte, so z.B. auf dem Deichbrand und dem Area4 Festival.

Beim 2016 bei Timezone Records erschienen zweiten Longplayer "Brems das Karussell" knüpften die Jungs mit zwei weiteren Tourneen nahtlos an das vorherige Pensum an und auch in diesem Jahr wollen die Bremer gerade live weiter Gas geben. Aus diesem Anlass kommt der Vierer am 30. September für ein Clubkonzert in die Alte Webschule nach Bramsche.

Musikalisch treten wirfürwen mit der neuen Platte frontaler denn je auf: Sie lassen keinen ohne ein verschmitztes Lächeln zurück. Das Resultat der Zusammenarbeit mit Produzent Uli Wortmann (Kleinstadthelden/Afterburner) ist ein klares, eingängiges und vorantreibendes Dokument ihrer gemeinsamen Zeit.

Zeilen wie „Ich bin zwar kein Arzt, doch ich kenn‘ ein paar Patienten“ stechen heraus in der deutschsprachigen Indie-Szene. Eingebettet werden sie in eindringliche Gitarrenriffs, nach Aufbruch strebende Beats, ausgeklügelte Basslinien und funkige Synthesizer- und Klavierparts. Abrundende Akzente setzt die fast vergessene Mundharmonika. Der dreckigere Sound lässt den Vierer trotz unveränderter Besetzung wie ausgewechselt klingen, wenn frei von Berührungsängsten auf punktuellen Pathos ein Dance-Part folgt, bevor man sich nach jeder Menge Tanzbein in einer Laid-Back-Nummer ausruhen darf.

wirfürwen ist eine eingespielte Mannschaft, die ihrer Linie treu bleibt: "Einerseits ist das der Spaß an der Unterhaltung. Andererseits ist da ein Bedürfnis, etwas loszuwerden", so Frontmann Daniel. "Klar kann immer was dazwischen kommen, was einen bremst, aber genau darin besteht die Herausforderung einer Band", so die nüchterne Analyse des Gitarristen Torben. "Uns verbindet eine ungewöhnlich lange Freundschaft, die etwas Besonderes ist und uns Energie gibt", ergänzt Basser und Pianist Jörg. "Der Weg ist lang und ihn zu gehen unser Anspruch", so Drummer Dennis.

Besetzung:

Daniel Hohorst – Gesang, Gitarre, Mundharmonika

Jörg Niedderer – Bass, Piano

Dennis Bokelmann – Schlagzeug

Torben Abt – Gitarre

 

THERAPIEZENTRUM

„Ist das Leben nicht hundertmal zu kurz für Langeweile?“

Mit dieser Aussage stellte Nietzsche schon vor über 100 Jahren fest, was sich für Therapiezentrum zur besiegelten Band-Leitlinie mausert.
Bereits ein Jahr nach „Herz.Rhythmus.Störung.“ erscheint mit „BARFUSS“ am 26. Juni Langspielplatte Nummer 3.

Vieles ist geblieben, einiges hat sich geändert. Die Addition geht auf. Was übrig bleibt, ist ein starkes deutschsprachiges Rock-Album das der guten Freundin „Pop“ Kusshände zuwirft.

Dabei haben die zehn Songs des Albums wenn auch keinen langen, dafür aber einen sehr weiten weg hinter sich. Geschrieben wurde in Travemünde, produziert in Osnabrück und Italien. Fabio Trentini (Guano Apes, Donots) wurde nebst Gitarrist und Produzent Matthias Lohmöller wieder als Co-Reglerschieber verpflichtet und lud prompt zum werkeln in seinen Heimatort hoch in den Dolomiten ein.

Dass so ein Weg barfuß ganz schön weh tun kann, ist klar. Daraus ergibt sich aber ein ganz klarer Vorteil: Therapiezentrum machen sich verletzlich und dadurch absolut authentisch.
Das Quartett erschafft so ein Album mit ganz klassischen Rock-Sidekicks voller WahWah-Soli, Powerchord-Riff- Rutschen und leichten „Pink Floyd“-Zitaten aber eben auch mit diesen experimentierfreudigen Abzweigungen in andere Genres, Synthesizer-Hooks und Drumcomputer-Parts.

Über allem schwebt Giannas facettenreiche Stimme – mal liebevoll und zerbrechlich („1000 mal so stark“), mal rotzig, frech und laut („Traurig“, „Wir stehen im Regen“). Letzter Aspekt kommt besonders bei „Siebenmeter“ zum Tragen. In diesem Song teilt Gianna ordentlich aus und selbst die Bandkollegen werden Adressaten dieses textgewordenen Seitenhiebs.

Mit Toby, Matze und Flo steht da aber eine Band, die es sich traut mit diesem Song dem Finale entgegen zu gehen – Mut zur Verletzlichkeit eben. Das ist alles aber kein Grund sich zu Grämen. Es wird auch wieder geherzt. Die erste Single „1000 mal so stark“, ein klassischer Lovesong, ebnet einen gefühlvollen roten Teppich.
Kopfstück ist die Albumtitel-gebende Gitarensalve „Barfuß“. Von 0 auf 200 BPM in 3 Sekunden. Nach nicht mal 3 Minuten ist der Spaß wieder vorbei, dafür ist man eingestimmt auf ein kurzweiliges und … ja genau – eingängiges Album – muss man halt so sagen.

Gianna Niemeyer – Gesang
Florian Breiner – Bass
Toby Jones – Schlagzeug
Matze Lohmöller – Gitarre