Film & Gespräch "Hedi Schneider steckt fest"

Filmtheater
Termine: 
Mittwoch, 02.05.2018 - 19:00
Länge: 
92 Minuten
FSK: 
ab 12 Jahre

Am Mittwoch, den 02.05.2018 um 19:00 Uhr, zeigt das Filmtheater Universum in Kooperation mit der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück den Film "Hedi Schneider steckt fest".

Inhaltlich geht es um eine lebenslustige junge Frau, bei der quasi aus heiterem Himmel eine Angststörung auftritt. Diese belastet sie und vor allem das Familienleben mit Kind und Mann sehr stark. Es vergehen Wochen und Monate, in denen Sie nicht in der Lage ist,  alleine zu bleiben oder sich um die grundlegenden Dinge zuhause zu kümmern. Mal ist sie völlig lethargisch durch den Einfluss sedierender Pillen, mal aufgedreht und euphorisch durch deren Kombination mit Alkohol. Von allen Seiten schlägt ihr Unverständnis entgegen, im besten Fall gibt es zwar gut gemeinte, aber haarsträubend unbeholfene Ratschläge. Zum Beispiel seitens der Mutter, die sichtlich überfordert von der Krankheit unbeholfene Tipps gibt, wie z.B. „ Iss doch was!“, „Wenn’s mir schlecht geht, gehe ich kalt duschen“, bevor die Verzweiflung aus ihr herausbricht: „Ich hätte nie gedacht, dass du mal so was bekommst.“

Mit „so was“ ist hier gemeint: eine depressive Phase mit Panikattacken.

Das mit Hedi Schneider ausgerechnet die Lebenslust in Person erkrankt, verleiht dem Film eine besondere Fallhöhe: Es kann jeden treffe. Der Film stellt nun aber nicht die Erkrankung, sondern besonders die Schwierigkeiten für die Familie und die Beziehung dar, die unter der Angststörung „mitleiden“. Zudem wird die Person der Hedi Schneider so liebenswert und humorvoll dargestellt, dass trotz des Themas Depression und Panikattacke, keine durchgehend schwere Stimmung erzeugt wird.

Die Botschaft, dass es nämlich jeden treffen kann, möchte die Heilpädagogische Hilfe gern in den Fokus rücken, um so die noch immer vorhandenen Berührungsängste mit dem Thema  psychische Erkrankung weiter aufzulösen.

Vielen Menschen fällt es nach wie vor schwer, zu akzeptieren, dass eine psychische Krankheit wirklich jeden treffen kann. Und das obwohl statistisch betrachtet, jeder Fünfte ein Mal im Leben an einer Depression erkrankt  – Frauen doppelt so häufig wie Männer. Auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein, ebenso wie Menschen im Beruf und Frauen während und nach der Schwangerschaft. Das Spektrum reicht von leichten, saisonal auftretenden Depressionen bis hin zu schweren Depressionen, die von Hoffnungslosigkeit und Suizidalität begleitet sein können.

(Quelle: Deutsche Depressionshilfe)

Das Ziel der heilpädagogischen Hilfe ist es, über das Medium Film möglichst vielen Menschen das Thema psychische Erkrankung in seinen verschiedenen Facetten näher zu bringen. Da die HpH dieses Ziel als sehr wichtig erachtet, werden die Kinovorstellungen über Fördergelder subventioniert, so dass der Eintrittspreis mit 3,50€ sehr erschwinglich ist.

Auch die Niels-Stensen-Kliniken unterstützen das Projekt.

Die Psychologin Frau Michalzik von der Niels-Stensen-Klinik in Bramsche wird im Zuge einer Kooperation im Anschluss an den Film für Fragen zur Verfügung stehen.

Wir werden auch in Zukunft Filme mit entsprechenden Inhalten zeigen. Der nächste Termin ist der 19.11.2018. Dann zeigen wir den Film „ 4 Könige“ in Kooperation mit der Clemens-August Kinder- und Jugendklinik. Der dortige Chefarzt Dr. Andreas Romberg wird freundlicherweise im Anschluss für Fragen zur Verfügung stehen.